Studienteilnahme wird zum Glücksfall

Zufallsbefunde in der Rheinland Studie

Erika Frieseckes erster Impuls war Neugierde, als sie von der Rheinland Studie hörte. Schnell war sie überzeugt und entschied sich an der Studie teilzunehmen. Damit gerechnet, dass es bei ihr zu einem Zufallsbefund kommen würde, der auf eine Erkrankung hindeutet, hatte sie nicht. Im Nachhinein bezeichnet sie den Fund als großen Glücksfall.

Erika Friesecke Im Untersuchungszentrum der Rheinland Studie. (Quelle: DZNE/Schwäbig)

 

Mit einer Vielzahl von Untersuchungen will die Rheinland Studie Faktoren für gesundes körperliches und geistiges Altern identifizieren. Die dafür durchgeführten Untersuchungen sind kein Ersatz für einen Besuch bei einer Ärztin oder einem Arzt, jedoch erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Wunsch Rückmeldungen zu bestimmten Ergebnissen der Augenuntersuchungen, der Blutdruckmessung und bestimmten Blutwerten. Manchmal werden bei den Untersuchungen stark abweichende Werte ermittelt oder es kommt zu einem Zufallsbefund, der auf eine Erkrankung hindeuten kann. Wird nach Rücksprache mit Expertinnen und Experten festgestellt, dass eine schnelle Reaktion erforderlich ist, kontaktieren die Studienärztinnen und -ärzte die betroffenen Teilnehmenden. Wie das ablaufen kann, hat Erika Friesecke bei ihrer Augenuntersuchung erlebt.

 

Bei der Untersuchung ihres Augeninnendrucks war der gemessene Wert mehrfach deutlich zu hoch. „Daraufhin ging alles sehr schnell,“ erzählt Erika Friesecke. Sie wurde direkt an die Universitäts-Augenklinik Bonn, einem engen Kooperationspartner der Rheinland Studie, überwiesen und noch am selben Tag untersucht. „Es war ein Notfall,“ bestätigt sie. Sie erinnert sich, dass es bei ihr in der Familie bereits eine ähnliche Erkrankung gab. Dennoch habe sie im Leben nicht damit gerechnet, dass eine derartige Erkrankung auch bei ihr auftreten könnte. „Nach einer Reihe von Untersuchungen stand fest: Das Auge muss operiert und eine neue Linse eingesetzt werden. Durch die Operation verringerte sich der Augeninnendruck. Unbehandelt hätte der erhöhte Augeninnendruck zur Erblindung führen können,“ berichtet Erika Friesecke. 

 

Bei mittlerweile fast 14.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Rheinland Studie kommt es immer wieder zu solchen Zufallsbefunden.Wie bei Erika Friesecke, wird bisweilen ein erhöhter Augeninnendruck festgestellt. In den meisten Fällen handelt es sich bei einem erhöhten Augeninnendruck jedoch nicht um einen Notfall. Dennoch wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern empfohlen, eine augenärztliche Untersuchung durchführen zu lassen. Oft ist eine Behandlung mit Augentropfen ausreichend. Übersteigen die Werte jedoch kritische Grenzen, wie bei Erika Friesecke, kann dagegen sofort reagiert und auf Wunsch die weitere Behandlung initiiert werden. 

Auch die mittels MRT durchgeführten Gehirnscans werden von geschultem Personal auf Zufallsbefunde geprüft. Bei möglichen Auffälligkeiten werden interne und externe Expertinnen und Experten konsultiert. Stellt sich dabei heraus, dass eine Behandlung notwendig sein könnte, wird die Teilnehmerin oder der Teilnehmer umgehend darüber informiert. Nur bei etwa einem Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die an der MRT-Untersuchung im Rahmen der Rheinland Studie teilgenommen haben, wurde im Nachgang eine ärztliche Untersuchung empfohlen. Bei nur 0,3 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war eine Behandlung notwendig. Dies zeigt, dass die MRT-Untersuchung nicht nur wissenschaftlich ein wichtiger Bestandteil der Rheinland Studie ist, sondern dass gelegentlich auch die Teilnehmenden selbst direkt davon profitieren können. Den Zufallsbefund bei ihrer Augenuntersuchung empfindet Erika Friesecke nach wie vor als großen Glücksfall und erzählt davon auch gern in ihrem Bekanntenkreis: „Jetzt hoffe ich, dass sie auch zur Rheinland Studie kommen.“

 

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