Werden feinste Blutgefäße im Gehirn durch altersbedingte oder krankhafte Veränderungen anhaltend geschädigt, kann es zu Durchblutungsstörungen und Blutungen im Gehirn kommen. Sie gelten als eine der Hauptursachen von Demenz und Schlaganfällen – Erkrankungen von denen in Deutschland etwa 3 Millionen Menschen betroffen sind. Um neue Erkenntnisse zur Entstehung und Entwicklung dieser als zerebrale Kleingefäßerkrankung (cSVD) bezeichneten Blutgefäßveränderungen zu gewinnen, erforscht Dr. Dan Liu in ihrem neuen Projekt den Zusammenhang zwischen cSVD und dem glymphatischen System – einem „Reinigungsmechanismus“ des Gehirns, mit dem zelluläre Abfallstoffe aus dem zentralen Nervensystem entsorgt werden.
Hierfür bündelt das Projekt im Rahmen einer deutsch-französischen Zusammenarbeit internationale Expertise auf den Gebieten der neuronalen Bildgebung, der bevölkerungsbasierten Gesundheitsforschung und der Multi-Omics-Analysen. Letztere verknüpfen Daten zu Genen, Proteinen und Stoffwechselprodukten und werten sie für die Untersuchung der zugrundliegenden biologischen Prozesse der cSVD gemeinsam mit neuronalen Bilddaten aus. Die Kooperation von Dr. Liu und Dr. Ami Tsuchida von der Universität Bordeaux wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und Agence Nationale de la Recherche (ANR) im Rahmen ihres Programms zur Förderung deutsch-französischer Projekte in den Natur-, Lebens- und Ingenieurswissenschaften gefördert. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Prof. Stéphanie Debette (Paris Brain Institute) und Prof. Dr. Dr. Monique Breteler (Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V., Bonn).