Als Neurologe haben sie einen besonderen Blick auf unsere Studie. Wie schätzen sie die Forschung der Rheinland Studie ein und welche Erwartungen haben Sie?
Die Studie ist von der Konzeption her einmalig, da sie auf viele Jahrzehnte angelegt ist und mit derzeit 14.000 Personen einen sehr großen Probandenpool hat. Obwohl die Forschung bereits Risikofaktoren für neurodegenerative Erkrankungen identifiziert hat, hoffe ich, dass diese unter anderem durch die Rheinland Studie noch sehr viel genauer erforscht werden. Damit könnte die Rheinland Studie den Menschen zukünftig auch fundiertes Wissen zur neurologischen Gesundheit an die Hand geben. Vielleicht kann man dann sagen: „Du bist nicht nur Proband in einer Studie, sondern es gibt, für dich oder die nachfolgenden Generationen Hinweise, wie man sein Leben gestalten könnte, wenn man lange gesund bleiben möchte.“
Ihnen ist auch ein am Gemeinwohl orientiertes Gesundheitswesen wichtig, also ein System, dass sich vorrangig an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert. Wie kann die Rheinland Studie dazu beitragen?
Sich an einer wissenschaftlichen Studie zu beteiligen ist grundsätzlich wertvoll – nochmal mehr, wenn sie die Auseinandersetzung mit den Themen Alterung, kognitive Defizite und neurodegenerative Erkrankungen fördert. Gerade angesichts des demographischen Wandels und einer zunehmend alternden Bevölkerung ist davon auszugehen, dass Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson in Zukunft häufiger auftreten werden. Als Kommunalpolitik müssen wir versuchen darauf Rücksicht zu nehmen und für barrierefreie Infrastrukturen und eine gut organisierte Gesundheitsversorgung sorgen. Die Rheinland Studie macht Menschen auf die Themen Gesundheit und Alterung und damit auch auf die Notwendigkeit einer guten gemeinwohlorientierten Gesundheitsversorgung aufmerksam.
Wie erleben sie vom Hardtberger Rathaus aus das Zusammenspiel zwischen der Rheinland Studie und dem Stadtteil?
In Hardtberg kommt es häufig vor, dass man im Gespräch zufällig erfährt, dass auch andere Hardtberger:innen an der Rheinland Studie teilnehmen - ein schönes gemeinsames Gesprächsthema. Daran merke ich, die Rheinland Studie ist im Stadtbezirk angekommen und ein fester Bestandteil der lokalen Infrastruktur. Als Hardtbergerin oder Hardtberger empfindet man es fast schon als Privileg, mitmachen zu können. Viele nutzen die Gelegenheit zur Teilnahme und interessieren sich für die Inhalte der Studie. Insofern stellt die Rheinland Studie einen großen Mehrwert für unseren Stadtbezirk dar.
Würden Sie die Teilnahme an der Rheinland Studie weiterempfehlen?
Ja, ich empfehle sie sehr oft weiter und habe schon einige Rückmeldungen bekommen, dass andere Hardtberger:innen die Teilnahme ähnlich empfanden wie ich. Auch Personen, die nicht so gern zum MRT möchten, sage ich, dass sie dennoch ein wichtiger Teil der Studie sein können und auch ohne MRT-Untersuchung teilnehmen können.
Vielen Dank für Ihre großartige Unterstützung. Wir freuen uns, Sie in einigen Jahren wieder in unserem Untersuchungszentrum begrüßen zu dürfen.